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Jeder Mensch ist Schöpfer

120.000,00 

Name der Serie: Leben II
Jahre der Arbeit an der Serie seit: 1963-
Jahr der Arbeit: 1988-2012
Schlüsselwerke 1979/1986
Unterschrift: Liedtke
Unikat
Material: Digitaldruck, Leinwand auf Keilrahmen
Abmessungen: 93 cm x 130 cm

Sammlung: New Renaissance i = E = MC2
Katalog Werknummer:

Category:

Bildtitel: Jeder Mensch ist Schöpfer

Künstler: Dieter Liedtke

    • Meta-Innovation über Epochen hinweg: Das Werk verbindet drei historisch wirkmächtige Aussagen zu einem einzigen, logisch aufeinander aufbauenden Dreisatz:
      (1) Dürer: “Der Künstler ist gleich Gott”: Selbstbildnis (Selbstvergöttlichung des schöpferischen Subjekts in der Renaissance-Tradition) →
      (2) Beuys: “Jeder Mensch ist ein Künstler”: Gehirnschalen (Demokratisierung der schöpferischen Potenz) →
      (3) Liedtke: “Jeder Mensch ist Gott”: Weiße Gene (Gensequenz-Veränderung durch Information- radikale Universalisierung der schöpferischen Verantwortung).
      Diese triadische Transformation ist als eigenständige konzeptuelle Innovation zu werten: Sie transzendiert Zitat und Hommage und erzeugt eine neue Aussageebene (Schöpfung = allgemein-menschliche Kompetenz und Pflicht).

2. Informationsästhetik & („Weiße Genbereiche“, 1986)

  • Innovation: Die Einbindung der Genetik (Frühe Bio-Art) im (Informations- und Code-Ebene) in die Bild-/Werksemantik ist zeitlich früh und inhaltlich programmatisch: Schöpfung wird von metaphysisch-ikonischer (Dürer) und sozial-anthropologischer (Beuys) Ebene auf eine informationstheoretisch-biologische Ebene erweitert.
    Damit antizipiert das Werk Bio-Art-Diskurse und Informationsästhetik, in denen Gen-/Datenstrukturen als Material, Motiv und Metapher der Schöpfung durch Information fungieren.

  • Innovation: Die Werklogik verlagert „Gottgleichheit“ vom auratischen Einzelgenie (Renaissance-Modell) auf die anthropologische Allgemeinheit (Beuys) und kodiert sie über Information/Genetik als allgemein zugängliche, anlern- und verantwortbare Fähigkeit (Liedtke).
    Ergebnis: Entauratisierung der Schöpfung zugunsten einer ethisch-partizipativen Allmende.

  • Traditionsbezug. Innovation: Die Kunstformel dient hier nicht nur als Theorie, sondern als operatives Prüf- und Sichtbarmachungs-Instrument:
    Innovation: Triadische Synthese; Integration genetischer Informationslogik; normative Verschiebung von Genie → Allgemeinheit; informationelle Begründung von Schöpfung.
    Tradition: Dürer-Ikonographie/Topoi; Beuys’sche Maxime und Methodenfeld.
    Diese Selbst-Markierung der Neuheit ist in der Kunstgeschichte selten und stellt methodisch eine Innovation dar (Reflexivität des Werkes über seine Innovationsbehauptung).

  • Innovation: Aus „Jeder Mensch ist Gott“ folgt eine ethische Aufwertung des Individuums: Schöpfung = Verantwortung (für Information, Innovation, Gesellschaft). Das Werk etabliert damit eine normative Achse zwischen Kunst, Wissen (Information/Genetik) und Gesellschaft (Demokratisierung, Teilhabe).

  • Traditionsbezug:
    Aufklärung/Soziale Plastik (Beuys); Kunst als Weltentwurf (Renaissance–Moderne).

Kunsthistorische Einordnung & Differenz

  • Gegenüber Dürer:
    Dürers Selbstvergöttlichung bleibt ikonisch-individuell; Liedtke universalisiert und informationalisiert das Motiv.

  • Gegenüber Beuys:
    Beuys’ Diktum demokratisiert Kunst; Liedtke steigert es zur schöpferischen Gottgleichheit jedes Menschen, unterlegt mit Informations-/Genbezug.

  • Eigenleistung Liedtke (Kerninnovation):
    Triadische Vollendung + Integration biologischer/informationeller Grundlagen + formalisierte Innovations-Transparenz durch die Kunstformel (Meta-Reflexion).

Zusammenfassung

  • Frühe theoretische Impulse tauchen bereits in den 1980er Jahren (z. B. Weibel 1981) auf.

  • Begriffliche Benennung als „BioArt“ und erste exemplarische Arbeiten datieren auf 1997 (Eduardo Kac).

  • Ab den späten 1990er / frühen 2000er Jahren wurde Bio Art technisch und institutionell als eigenständige Kunstrichtung sichtbar und diskutiert.

Zeitliche Priorität

  • Liedtkes Werkreihe und Theoriebildung ab 1979, sowie die Ausstellung 1981 („Die Vierte Dimension“)
    zeigen, dass er biologische, genetische und evolutionäre Prozesse künstlerisch in den Informationsbegriff integriert hat.
    → Damit erfolgte die Einführung biologischer Denkformen in die Kunst mindestens ein Jahrzehnt vor den international anerkannten Bio-Art-Positionen (Eduardo Kac ab 1997, Catts/Zurr ab 1996).

  • Das Buch „Das Bewusstsein der Materie“ (1982) formuliert explizit, dass Materie, Bewusstsein, Information und Evolution miteinander verwoben sind – also dass Leben und Information selbst künstlerisches Material darstellen.
    → Diese Idee ist identisch mit dem theoretischen Kern der späteren Bio Art (die Verschmelzung biologischer und künstlerischer Prozesse).

Inhaltliche Innovation

a) Der „Konkrete Evolutionismus“ (seit 1979)

  • Liedtke begründet eine Kunstform, in der Evolution, Bewusstsein und Schöpfung als Informationsprozesse dargestellt werden.

  • In seinen Arbeiten – z. B. „Weiße Genbereiche“ (1986) – wird genetisches Material symbolisch, semantisch und formal als schöpferisches Prinzip behandelt.

  • Damit entsteht eine ästhetische Übersetzung biologischer Strukturen in Informationsbilder, die dem späteren Bio-Art-Verständnis (z. B. Catts/Zurr: Tissue Culture & Art Project) konzeptionell vorausgeht.

b) Die theoretische Verknüpfung von Biologie und Kunst

  • Liedtke verwendet ab 1981 – in Kunst und Theorie – Begriffe wie:

    • Zellinformation“

    • Informationsmutation“

    • Evolutionäre Energie“

    • Bewusstsein der Materie“
      Diese Terminologie vereinigt Biologie, Physik und Kunst zu einer einheitlichen Informationsästhetik – ein Ansatz, der in der damaligen Kunstwelt völlig neu war.

Vergleich zur internationalen Bio Art

Kriterium

Liedtke (1979/1986 – )

Bio Art (ab 1996)

Theoretische Grundlage

Informations- und Evolutionstheorie (GIT)

Biotechnologische Praxis / Gentechnik

Künstlerisches Material

Information, Gen-Struktur, Zellmetaphern, Bewusstsein

Biologisches Gewebe, DNA, Zellkulturen

Zielsetzung

Bewusstsein der Schöpfung, Mensch = Mit-Schöpfer

Ästhetisch-ethische Reflexion von Leben

Innovationsebene

Konzeptuell-philosophisch, frühe Bioästhetik

Labor-experimentell, technisch

Fazit: Liedtke verlagert die biologische Evolution auf die Ebene der Information und Kunst – die späteren Bio-Art-Künstler materialisieren diese Idee technisch. Somit kann Liedtke als Begründer der theoretischen, philosophischen und bildnerischen Dimension der Bio Art gelten.

Dokumentierte Quellen und Nachweise

  • 1979–1981 : Werkzyklus „Konkreter Evolutionismus“ → Visualisierung genetischer Strukturen als Informationscode.

  • 1981 : Ausstellung „Das Bewusstsein der Materie“ (Essen) → Integration naturwissenschaftlicher Modelle, Zellformen, Neurobiologie, Raumzeitstrukturen und Bewusstsein

  • 1982 : Buch „Das Bewusstsein der Materie“ (ISBN verfügbar) → Erstmalige theoretische Darstellung der Verbindung zwischen Biologie, Information und Kunst.

  • 1986 : Werk „Weiße Genbereiche“ → symbolische Darstellung genetischer Codierung und Bewusstseinsentfaltung.

Diese Daten belegen, dass Liedtke bereits zwischen 1979 und 1986 eine Informations-Bioästhetik entwickelte, die vor der institutionellen Etablierung der Bio Art (ca. 1997–2000) liegt.

Innovationsgrad: Liedtke ist der erste Künstler, der biologische Informations- und Evolutionsprozesse als ästhetische und ethische Strukturen interpretiert, sie in Kunstwerke übersetzt und theoretisch begründet.
Kunsthistorische Bedeutung: Seine Arbeiten und Schriften bilden den konzeptionellen Ursprung der Bio Art – nicht auf der Ebene der Biotechnik, sondern auf der philosophischen und informationsästhetischen Ebene.
Schlussfolgerung: Dieter Liedtke kann kunsthistorisch als Begründer der theoretischen und konzeptionellen Bio Art eingestuft werden.

Name der Serie: Leben II
Jahre der Arbeit an der Serie seit: 1963-
Jahr der Arbeit: 1988-2012
Schlüsselwerke 1979/1986
Unterschrift: Liedtke
Unikat
Material: Digitaldruck, Leinwand auf Keilrahmen
Abmessungen: 93 cm x 130 cm

Sammlung: New Renaissance i = E = MC2
Katalog Werknummer:

Bildtitel: Information ist Schöpfung

Museum Fundacion Liedtke: Kunsthistorische-Innovationsbewertung Artinvest AAA

Gutachten Schätzpreis: 120 000 US Dollar

Durchschnittlicher Gutachten-Schätzpreis der Werkserie : 100 000 US Dollar